Mittwoch, 15. Januar 2014

Magisches Myanmar

Die Weihnachtsferien führten uns für knappe 11 Tage auf eine Reise nach Myanmar. 
Myanmar, auch Birma oder Burma genannt, liegt direkt neben Thailand. Einreisen kann man trotzdem nur durch die Luft, sonst bekommt man kein Visum. Ich weiß nicht, ob euch das Dreinamenland ein Begriff ist. Ab und zu taucht es in den Nachrichten auf, weil dort buddhistische Mönche muslimische Gläubige verfolgen und umbringen. Oder ihr kennt "The Lady" Aung San Suu Kyi, Burmas politische Ikone und Friedensnobelpreisträgerin. 
Viel mehr wussten wir zu Beginn unserer Reise auch nicht. Ja, es ist schwer, ein Visum zu bekommen. Jetzt hat das Land gerade seine Bestimmungen geändert und es ist nicht mehr so schwer. Überhaupt ändert sich dort wohl gerade verdammt viel. Nach mehreren Jahren knallharter Militärdiktatur wird auch das gelockert, auch wenn es noch nicht lehrbuchdemokratisch vonstatten geht. Suu Kyi stand ewig unter Hausarrest, darf jetzt aber wieder nach draußen. 
So flogen wir also los und waren in Yangon das erste Mal davon überrascht, wie modern der Flughafen ist. Die nächste Überraschung wartete am Ausgang, als uns Nyey, unser Fahrer für die nächsten 11 Tage abholte: Er trug einen langen, karierten Wickelrock (so wie alle Männer, nur das fiel uns an diesem Abend überhaupt nicht auf). 
Bereits am nächsten Morgen machten wir uns auf - wir besichtigten die Shwedagon-Pagoda, Bago und die größte Schlange der Welt (eine riesige lebende Anaconda, die sich auch bewegt), dann fuhren wir weiter nach Kyaikto (ist falsch geschrieben, komm aber nicht mehr drauf), nach Mandalay, Bagan, Taungnoo, Pyai und wieder Yangon. 
So magisch wie alles anfing, ging es auch weiter: Wir liiiiieben Myanmar!
Es ist so nah an Chiang Mai und trotzdem ist alles so anders. Die Menschen sind so freundlich, offen und neugierig. Überall lernten wir neue Freunde kennen und wurden ständig fotografiert. Wir hetzten von einem Fototermin zum Nächsten :) Beeindruckt haben es auch die unzähligen Tempel, Stupas und Pagodas voller Gold. Fasziniert beobachteten wir das einfache Leben auf dem Land, wo es nur die einfachsten Holzhütten gibt. Frauen haben in diesem Land die Hosen an, aber sie schuften auch schwer. Schwere Körbe oder andere Dinge tragen sie gekonnt auf dem Kopf. Als Schminke benutzen sie tanakha, eine Paste aus einem edlen Holz, die sie sich kunstvoll auf ihr Gesicht schmieren. Die Männer tragen stolz ihre Röcke in den tollsten Designs und machen alles, um die Frauen zufrieden zu stimmen. Das Essen war das Beste, das ich bisher in ganz Südostasien gegessen habe. Mein absoluter Favorit: in Knoblauch und Ingwer gedämpfter Kürbis.
Nur ein kleiner Vorgeschmack für euch... Das nächste Mal schreib ich noch ein bisschen ausführlicher über Yangon, Mandalay, das Gold... 
Falls ihr wollt, könnt ihr hier Fotos schauen: http://www.bluemelon.com/exosha/burma#page-0/photo-4586403
Viel Spaß! Meldet euch, bis die Tage!

Freitag, 29. November 2013

Revolution in Thailand?

Vielleicht habt ihr ja mitbekommen, dass mein letzter Blog über Owen Wilson und einen möglichen Staatsstreich in Thailand schon fast prophetisch war. Mittlerweile haben wir schon fast einen "Coup":
Rothemden kämpfen gegen Gelbhemden. 
Die Rothemden sind die Regierung, die Gelbhemden die Regierungsgegner. Aber was ist überhaupt los?
Das ist eine recht lange Geschichte, die zurück ins Jahr 2006 reicht. 
Damals war ein Mann namens Thaksin Premierminister. Während er selbst im Ausland war, putschte das Militär gegen ihn und er konnte trotz mehrfacher Bemühungen nicht mehr nach Thailand zurück. Er versuchte zwar vom Ausland aus, die Macht zu behalten und gab verschiedene Anweisungen, doch es hat nichts gebracht. Die Macht war schon in den Händen der Gelbhemden, die vom Militär unterstützt wurden. 
2010 versuchten die Rothemden wieder, an die Macht zu kommen. Daran könnt ihr euch erinnern, das war auch in den internationalen Medien, weil zum Beispiel der Flughafen von BKK besetzt wurde. Hat nicht geklappt, weil die Gelbhemden die Polizei mit scharfer Munition ausstatteten und diese auch eingesetzt wurde. 
2011 wurde dann die jetzige Premierministerin demokratisch gewählt. Sie heißt Yangluck Shinawatra und ist zufällig die Schwester des geschassten ehemaligen Premiers Thaksin. 
Seit Thaksin ist sich die Bevölkerung uneinig. Es gibt Thaksin-Gegner und Thaksin-Fans. Die Fans stellen das auch zur Schau, schon oft fielen uns Thaksin-back-home-Aufkleber an verschiedenen Stellen auf, auf Tuk-Tuks, überm Herd... Die Thaksin-Gegner sind allerdings vehement gegen dessen Rückkehr. Die Vorwürfe 2006 gegen ihn waren auch ziemlich hart: Wahlbetrug, Korruption, ein geheimes Konto in Dubai, auf dem sein Vermögen lagert... 
Im Laufe des Sommers sorgte schon ein You-Tube-Video für Aufregung, auf dem vielleicht/angeblich Thaksin zu sehen war, der über seine Rückkehr nach Thailand sprach. Angeblich deshalb, weil man den Mann auf dem Video wirklich nicht erkennen konnte. Nun sprach seine Schwester davon, ein Amnestie-Gesetz auf den Weg zu bringen, das ihm die Rückkehr tatsächlich ermöglichen würde. 
Voilà, hier ist also der Grund für die aktuellen Unruhen. Von diesem Amnestie-Gesetz ist zwar längst keine Rede mehr, doch protestiert wird trotzdem. Ich glaube, die Gelbhemden wollen ihre Chance nutzen und an die Macht zurück. Was auch immer, so ganz kann man das als farang woll nie durchschauen. Ich weiß, in den Nachrichten und Zeitugen sprechen sie von landesweiten Protesten, doch wir in CM haben bisher noch gar nichts davon mitbekommen. Warten wirs ab. Sie dürfen nur nicht die Flughäfen dichtmachen, wir wollen am 13.12. nach Myanmar fliegen!

Mittwoch, 20. November 2013

Owen Wilson in Chiang Mai...

... und Pierce Brosnan! 
Hier wird nämlich gerade (und anscheinend noch bis Anfang Dezember) ein Hollywoodfilm gedreht: The Coup. Es geht um amerikanische Expats in einem Land "irgendwo in Südostasien" die dort grade "ankommen und sich einleben" und dann gibt es dort einen Staatsstreich und die arme amerikanische Expat-Familie hängt mittendrin. 
Hollywood ist in Chiang Mai! Und ich bin ihnen auf den Fersen :) 
Heute fuhr schon den halben Weg zur Schule ein Van "The Coup - Cast" vor mir her und als sie abbogen, hab ich mir ernsthaft überlegt, die GK sausen zu lassen und sie zu verfolgen. Ein Freund von ein paar Schülern hat schon ein Foto mit Owen Wilson, der hat nämlich ganz normal am Fluss Lichterfest gefeiert und seinen Krathong ins Wasser geschickt. Wieso nur war ich nicht an seiner Stelle??? 
Falls jemand professionelle Stalker-Tipps zu bieten hat... Ich bin ja kein Stalker. Aber so ein nettes Foto...? Da frag ich mich übrigens, wie so ein Stalker das überhaupt anstellt, seinen Leuten (oder seinen Opfern?) auf die Schliche zu kommen. Was mich betrifft - völlig ideenlos, wie ich die aufspüren sollte. Und selbst wenn, ich wette, ich wäre zu schüchtern.
Aber mal was ganz Anderes: So unrealistisch ist dieser Film nämlich überhaupt nicht. (Hier kann ich ein nächstes Wieso-nicht-ich? anbringen: Wieso hatte ich nicht die Idee zu so einem Drehbuch?) In dem Jahr, bevor ich hierher kam, war nämlich genau so etwas in Thailand los, so eine Art Staatsstreich. Verschiedene politische Gruppen hatten irgendwie Stress. Genauer gesagt waren es Rothemden gegen Gelbhemden. Die haben nämlich verschiedene Ideen von Thailand und eine dieser beiden Gruppen passt dem Staat nicht so in den Kram. Auf die Farangs, die hier lebten, hatte das Ganze allerdings nur eine Auswirkung: Ausgangssperre. Die Bars waren geschlossen und man sollte abends nicht mehr raus. Eigentlich, denn die Bars hatten wohl alle heimlich auf. Jetzt sind wieder irgendwelche Hemden am irgendwas machen, warten wirs mal ab. Ich glaube, es geht um den abtrünnigen Premierminister. Aber bevor ich euch jetz noch weiter verwirre - gute Nacht!

Dienstag, 22. Oktober 2013

Immer noch Laos...

Vor unserer Kajaktour - noch trocken und gut gelaunt. Im Hintergund seht ihr die typisch laotische Bambushütte. Wer will umziehen?

Während der Mittagspause am Fluß.

Aber eigentlich war die Landschaft wirklich schön, oder?


 Das dazugehörige "Städtchen" Luang Nam Tha. Eigentlich nur eine Straße irgendwo im Nirgendwo, um die herum sich ein paar Geusthouses, Lokale und Kneipen gruppieren. Wer ganz auf Kajak oder Trekking (das heißt: 12km bergauf) verzichten möchte, ist da fehl am Platz.
Büffel. Mit Klebereis.

Bambussuppe. Der Name ist Programm, schmeckt aber ganz gut.

 Ein Land, in dem es franzöische Kneipen gibt! Kann es mitten in Südostasien eigentlich noch was Besseres geben??? Es gab sogar KIR!!! Er hat sogar geschmeckt :) Wir sind aber nicht nur ins Kirglas gefallen, sondern haben dort auch gegessen. Gratins, Croque Monsieurs, ... jammi jammi! Jetzt muss ich nur wieder fleissig zu meinem Bauchkurs - aber für französische Küche nehm ich sowas gern in Kauf!
 Verschiedene jeows, also Dips. Einmal scharf, einmal Knoblauch-Koriander, einmal Aubergine und Tomatensalsa. Sogar das getrocknete seaweed mit dem Sesamkernen schmeckt dazu ganz gut. Wir haben uns ein Kochbuch gekauft und kochen das jetzt auch nach :)
Js Frosch, begraben unter einem Berg von Knoblauch. Wer findet den frittierten Froschfuß?


 Herrliche Kolonialgebäude direkt am Mekong. Dort haben uns unsere Fahrradtouren jeden Tag hingeführt. Vorbei an den Verkäufern: "Want Boat-tour? One hour! Have already 5 people!" "Boat-tour!" "Cheap boat-tour!" Nach ein paar Tagen höflicher Zurückweisung riefen wir zurück: "Boat-tour! Have already 5 people! Cheap!"


So siehts da halt auch aus. Das war übrigens direkt am ethnologischen Museum, in dem die Touristen beeindruckt werden sollen. 
Alles in allem, ich bleib dabei:















Ich liiiiiebe Laos!

Montag, 14. Oktober 2013

Mysterium Laos

Hallo alle miteinander!
Hier schreibt euch eine voellig entspannte, gut gelaunte, von der Sonne verwoehnte Anne. Wie ihr ja wisst, war ich eine Woche in Laos, seit gestern wieder zurueck in Chiang Mai. 
Laos gehoert ja nun aber zu den Laendern, von denen man eher wenig weiss. Oder, wie es ein alter, weiser Mann auszudruecken pflegte: Laos ist eines der Laender, ueber die man eigentlich ueberhaupt nichts weiss. Damit ihr aber wisst, wo ich mich so rumtreibe, spiele ich heute mal den Faktomaten. 

Also, Laos.

Lage: Eingeklemmt zwischen Myanmar, China, Thailand, Vietnam und zu guter Letzt Kambodscha.

Hauptstadt: Vientiane.

Sprache: laotisch. Oder auch Thai. Denn das alte Thai,das lanna, das auch hier im Norden gesprochen wird, ist im Prinzip laotisch. Ausserdem hatte Laos bis vor einigen Jahren keine eigenen Fernsehsender, da wurde immer Thaifernsehen geschaut. So kommt es also, dass Laoten Thai verstehen und irgendwie auch sprechen koennen. Wir kamen wunderbar zurecht :) 

Einwohner: Ganz freundlich. Gutaussehend! Leben oft nur in Bambushuetten. Viele sagen deshalb, Laos sei ein armes Land. Ja, richtige Haeuser mit Strom und Wasser gibt es nicht ueberall und die Landbevoelkerung wohnt tatsaechlich in diesen Huetten. Geduscht wird mitten im Dorf an einer - der einzigen Wasserstelle. Aber ueberall sieht und hoert man Leute lachen, chillen, miteinander Spass machen. 
Mentalitaet: eher gluecklich. Gelassen. 

Essen: jammi jammi. Nochmal anders als Thaikueche. Aufregend. Grundlage jedes Gerichts und gleichzeitig auch Magenstopfer ist khao niau, also Klebereis, den man mit den Haenden isst. Im Restaurant wurde uns die richtige Taktik gezeigt. jetzt haben wirs drauf. Den Klebereist stippt man entweder in jiaws, das sind verschiedene Dips, von scharf bis Tomatensalsa bis Knoblauch..., oder isst ihn als Beilage zum Hauptgericht dazu. Eines der getesteten Hauptgerichte war zum Besipiel ein Frosch, der am Stueck frittiert wurde und dann unter einer Masse an Knoblauch und Salat begraben wurde. Sein Fuss hat aber noch rausgeschaut. J schwoert aber, dass der Frosch lecker war :) 

Geschichte: tragisch. Ja, das Land, ueber das man nichts weiss, hat wirklich eine tragische Vergangenheit und gilt bis heute als das meistbombardierte Land der Welt. Obwohl es naemlich zur "neutralen Zone" erklaert wurde, machten die Amerikaner im Zuge des Vietnamkriegs nicht davor halt. Stattdessen schleusten sie sich heimlich ein, um Maenner der Hmong als Kaempfer zu rekrutieren. Bei diesem edlen Vorhaben blieb es nur leider nicht. Die Amerikaner liessen in den Jahren 1964-73 einen ganzen "Bombenteppich" nieder. Noch heute machen nicht explodierte Bomben den Einwohnern zu schaffen. 

Spassfaktor (passt vielleicht nicht unbedingt zum geschichtlichen Part!): 15/10 ;)
Wir waren Kajakfahren, Fahrradfahren, laotisch essen, franzoesisch essen, Kir trinken, Baguette essen, Kuchen fruehstuecken, Seide faerben und mit Seide weben, den Mekong bewundern...

Auf nach Laos! Ich ziehe um ;) 

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Neuer Trend: Do it yourself

Hallo ihr alle miteinander,

nachdem mein dreiwoechiger Besuch mich ordentlich auf Trab gehalten hat, hier mal wieder Neues von mir. Ich muss zugeben: Ich musste auch ewig ueberlegen, was ich euch schreiben soll. Ihr kennt ja schon das ewig Gleiche: "Uns gehts gut, es gibt nichts Neues, auch kein Bandenkrieg in der Soi und keine weiteren Strassenkaempfe."
Um euch nicht (allzu sehr) zu langweilen, hier also tatsaechlich ein neues Thema: Ich habe das Selbermachen fuer mich (wieder)entdeckt. In zweierlei Hinsicht, naemlich das Kochen (= Essen selbst zubereiten) und das Naehen (= das etwas selbst aus Stoff machen, obwohl ich zwei linke Haende habe). 

Mit dem Kochen fang ich mal an. Animiert durch unseren Besuch machten wir naemlich alle zusammen einen Kochkurs. Heisst: 5 Stunden kochen und essen, kochen und essen... Morgens um neun ging es los. Wir trafen uns an der Kochschule, die im Hof eines Hostels untergebracht ist. Zuerst suchten wir aus Kochbuechern die Gerichte aus, die wir machen wollten. Jeder entschied sich wohl fuer seine Lieblingsgerichte :) Insgesamt waehlte und kochte aber jeder fuenf Gerichte, weshalb ich gerade nur noch mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass ich Dom Kha Gai (Haehnchen-Kokossuppe) und Papayasalat gemacht hab. Zuerst dackelten wir zusammen zum Markt. Die Kochschule ist nicht weit von der Soi 14 weg, also gingen wir als Touristen auf den Markt, auf dem wir sonst auch immer Obst und Gemuese kaufen. War etwas komisch, brachte uns aber auch neue Einsichten. Wo man Palmzucker am besten kauft. Welche Zutaten man fuer die Herstellung von Currypuder wo kaufen kann. Dass man eine alte Kokosnuss raspeln lassen kann, um daraus Kokoscreme und Kokosmilch herzustellen.
Babbsatt wie selten und mit einem Kochbuch rollten wir uns wieder heim. Nun wusste ich ja, wo man spezielle Thaisachen kaufen kann, von denen ich bisher keine Ahnung hatt (und was ich selbst auch nie rausgefunden haette) -  also hab ich mich ans Kochen gemacht. Bisherige Bilaz: Es klappt immer noch nicht so gut wie im Kochkurs und ohne Anleitung ist es auch doch nicht soooo einfach. Aber es macht schon ziemlich viel Spass, endlich mal wieder richtig selbst kochen...! Ihr koennt euch ja schonmal auf Einladungen zu Thaiessen einstellen, bis dahin hab ich noch mehr als genug Zeit, um meine Gerichte zu perfektionieren ;)

Mein anderes neues Hobby: Naehen. Ich weiss, meine Mama rauft sich bestimmt die Haare und denkt sich "Bitte, lass es einfach bleiben!". Aber nein, lass ich nicht. Ich wollte naemlich unbedingt was mit meinen Haenden machen, wo ich nebenbei Fernseher schauen oder Radio hoeren kann, wofuer ich nicht unglaublich umstaendliche Materialien brauche sondern logischerweise Sachen, die ich hier leicht bekomme. Also hab ich bei einem Abstecher zum Wararot (ihr erinnert euch? Dieser grosse chinesische Markt?) Stoff, Nadeln, Faden, Schere, Abstecknadeln, Stoffkreide etc. pp gekauft und losgelegt. Hat nicht geklappt (Jetzt denkt sich Mama: Wundert mich nicht.). Aber da ich das ganze Zeug schonmal hatte und auch nicht sofort wieder aufhoeren wollte, hab ich mir ein Buch gekauft (das war auch das Teuerste an der ganzen Unternehmung, vielleicht drei Mal so viel wie die ganzen anderen Sachen zusammen?) und mich geteacht. Mit Buch und manchmal auch mit schicken Youtubevideos. Mittlerweile kann ich schon 2,5 Produkte vorweisen:Ein Nadelkissen, das zu einem kleinen Saeckchen umfunktioniert wurde, in das ich bei Ohrenweh wahlweise Zwiebeln oder Kartoffeln packe. Ein Nadelset, das auch als Nadelset fungiert. Weisser Stoff mit Teekannen drauf. Mama sagt: "Haha, krumm und schief. Mess genauer!". Also, Produkt Nummer 3: eine Handtasche. In tuerkis, zum Umhaengen. Noch nicht ganz fertig, sonst wuerde ich euch ein Foto posten. Hab ich naemlich millimetergenau abgemessen und strikt nach Lineal und Abstecknadeln genaeht. Sieht schon sehr gut aus. 

Bis Samstag soll sie fertig werden, dann fahren wir naemlich fuer 10 Tage nach Laos und dahin soll sie mit ;)Wir haben naemlich schon fast Herbstferien und ich freu mich wie ein Kuchen auf Laos. Wir bleiben nur im Norden, davon erzaehl ich euch dann ganz sicher. 
Bis dahin, viele liebe Gruesse!!!

Sonntag, 1. September 2013

Zu Tisch, bitte!

Wieder zurueck in CM geht alles seinen gewohnten Gang. Bis auf die Tatsache, dass ich den Mittwoch komplett frei habe. Arbeiten muss ich zwar trotzdem (denn dementsprechend bin ich die anderen Tage sehr lang an der Schule), aber so ein Tag abseits von all dem Trubel tut schon ziemlich gut. 
Diesen Mittwoch ging ich also zum Mittagessen in die Garkueche Gigi um die Ecke. Dort essen wir oft (zum Besipiel Honey roast pork, yummi yummi!) und kennen die Betreiber. Ein junges, ziemlich nettes Paerchen. Er kann auch ganz passabel Englisch, also wird oefters ein bisschen getratscht.
Am Mittwoch stellte ich nun eine Veraenderung bei Gigi fest. Neben der kleinen Essensausgabe, in der Haehnchen und Schweinefuesse vor sich hingaren, steht seit Neustem auch ein Gaskocher auf einem huefthohen Staender, auf dem in einem riesigen Topf Huehnerbruehe vor sich hinkoechelt. Die ganze Zeit. Diese Bruehe gibt es zu jedem Gericht dazu und sie schmeckt ziemlich gut. 
Darueber enstpann sich in etwa folgendes Gespraech:
- "In meinem Land darf kein Garkocher einfach so irgendwo stehen."
- (entsetzter Blick, weit aufgerissene Augen) "Essen die ihre Suppe k-k-kalt???"
- "Aeh, nee, bei uns gibt es nicht einfach so Suppe"
- (noch entsetzter) "Gibt es in Deutschland keine Suppe? Essen die Menschen keine Suppe? Was essen die denn dann?"
- "Naja, wenn man eine Suppe will, muss man sich eine extra bestellen... "
- (ganz aufgeregt, fast schon aufgebracht) "Waaaaas? Suppe ist gut fuer die Menschen! Man muss Suppe essen! Suppe gehoert dazu! Das ist gut fuer den Magen! Die Leute koennen nicht ohne Suppe leben!"
So in etwa ging es noch eine ganze Weile. Ich versuchte ihm, die deutsche Kueche naeher zu bringen, bin aber weiterhin auf absolutes Unverstaendnis gestossen. Seitdem schaut er mich uebrigens sehr bemitleidend an. 

Eine weiteres Gespraech ueber unterschiedliche Essgewohnheiten entspann sich, nachdem wir zwei Tage einen Gecko durch unsere Wohnung jagten. Schliesslich fing J den unbeliebten Mitbewohner ein - der sogar springen konnte! - und ich machte Fotos des Viehs in seiner Hand und von den abgefallenen Schwanzstuecken (iiiiiihhhhh!).


 Diese Fotos zeigte ich Baht. Seine Reaktion: "Can sell! Can eat! But bigger!" Aha. Wir erfuhren also, dass er und sein Vater in Sisaket, wo er herkommt, des Nachts losziehen, um Geckos zu fangen. Aber grosse, nicht so kleine. Die verkaufen sie dann zwischen 30 und 40 Baht auf dem Markt an die Chinesen. Chinesen denken naemlich, dass Geckos gesund halten. Aber, versichert er uns, sie schmecken tatsaechlich sehr lecker. 
Als ich nicht aufhoere zu lachen und "Iiiiiihhh, iiihhhhh" zu schreien, raeumt er dann aber ein: "Die Leute in Chiang Mai essen das auch nicht."
Die Einladung nach Sisaket steht. J soll dann nachts mit ihm und seinem Vater losziehen ;) Wir sind gespannt... 

Samstag, 17. August 2013

Vietnam - Fotos!


 Nur eine kleine Auswahl - angefangen ueber den Daechern Hanois... Dort sitzen und den Verkehr beobachten war super.
 Noch schiefer und krummer als thailaendische Haeuser, aber immer noch bewohnt.

 Der Endlos-Strand in Hoi An. Mit der schoenste diesen Sommer: tuerkisfarbenes Wasser, palmengesaeumt... Der einzige Haken: eine alte, kranke Frau, die Blut in den Sand spuckte und mir eine Hoellenangst einjagte.
 Yum, yum!!! Krebs und Hummer zur Auswahl am Strand in Nha Trang. Der armen Verkaeuferin haengt das ganze kochende Zeug ueber den Schultern und sie schleppt es den ganzen Tag ueber den Strand. Aber es schmeckt!
 Saigon, endlich. Meine Lieblingsstadt in Vietnam. Hier das beruehmeste Denkmal von Ho Chi Minh.
 Propaganda funktioniert in Vietnam immer noch bestens. Plakate dieser Art sind einfach ueberall.
 Der Versuch, eine grosse buddhistische Tempelanlage zu finden, brachte uns ins chinesische Viertel Saigons. Mit chinesischen Tempeln, Versammlungshallen, Laeden... Wir erfahren spaeter, dass die Chinesen wohl mit am Aufbau der Stadt beteiligt waren und deshalb immer noch so zahlreich vertreten sind.

 In den Tiefen der Cu Chi-Tunnel. J hat es tatsaechlich ausgehalten, den ganzen unterirdischen Weg zu gehen... zu kriechen... Stickig, eng, niedrig - ich weiss immer noch nicht, wie die Vietnamesen das ausgehalten haben. Dort unten in den Schaechten gab es sogar Kuechen.
Nachdem wir Vietnam verlassen haben, hat uns unser Glueck mit dem guten Wetter verlassen. Auf dem (umstaendlichen) Weg nach Koh Chang regnet es in Dauerschleife, aber uns war dann sogar noch eine Woche Sonnenschein auf der Insel gegoennt.





Jetzt ist alles wie gehabt: Wieder zuhause in der Soi 14, Pae bekommt Zaehne, es regnet eigentlich jeden Tag, ohne Regensachen udn Mueckenspray kann man das Haus nicht mehr verlassen und ich musste auch wieder anfangen zu arbeiten :( Denkt also an mich und schickt mir Sommer- und Ferienstimmung.

Freitag, 12. Juli 2013

Onkel Ho und ich

Wie ihr schon wisst, ging es runter in den Sueden. Strand und Sonne standen an der Tagesordnung. 
Mit einem schrecklichen sleeping bus (ihr werdet das verstehen, wenn ich euch Fotos zeigen kann) fuhren wir eine ganze Nacht nach Hue - noch ohne Strand, dafuer ueber 40 Grad und ausgeliehene Fahrrader. Mit denen wollten wir zur alten Zitadelle fahren, der alten Schildkroete ueber den Kopf streichen und fuer immer mit Glueck gesegnet zu werden. Nach 2 von 10 Kilometern kam uns ein Sonnenbrand dazwischen, der aus uns in Windeseile gekochten Hummer machte. Wir verzichteten auf immerwaehrendes Glueck und fuhren zurueck. 
Gleich am naechsten Tag ging es weiter der Missiom "Strand" entgegen: Wir zogen weiter nach Hoi An. Ein wunderbares kleines Staedtchen, abends voller bunter Lampions, leckerem Essen, billigen und leckeren Mojitos und STRAND!!! Mit Palmen!!! Das Wasser war ebenfalls wunderbar.Drei Naechte blieben wir dort, dann leisteten wir uns einen Flug nach Nha Trang.
Nha Trang, das heisst: Sonne, Strandliegen, frisches Krebsfleisch, leckere Mojitos... und das alles auf russisch! Die haben dort naemlich eingezogen und praenstieren sich mit schickster Bademode am Strand. Haettet ihr diese quietschgelben kurzen Badeshorts gesehen, wuesstet ihr, was ich meine ;) 
Ewig konnten wir dort auch nicht bleiben, ausserdem hatte ich nach wie vor die Hoffnung auf ein billigeres Hotel. Wurde enttaeuscht. 
In Saigon hatten wir doch dann tatsaechlich unser teuerstes, obwohl runtergehandeltes, dafuer aber auch luxurioesestes Zimmer. Saigon war, wie sein Name schon andeutet, toll. Grosse, breite Avenuen, alte Grandhotels nach franzoesischem Vorbild, faszinierende chinesische Tempel... Wir liessen uns durch die Stadt treiben. 
Saigon heisst ja offiziell auch gar nicht mehr Saigon, sonder Ho Chi Minh City, HCMC. Ueber den guten Onkel Ho wusste ich bisher wenig, kannte nur eine kleine Anekdote aus einem meiner 68er-Seminare: Demonstrierende Studenten laufen durch die Konstanzer Niederburg, lauthals "Ho-Ho-Ho-Chi-Minh" skandierend. Ein aelterer Einwohner oeffnet sein Fenster und bruellt den Studenten entgegen: "Ho, Ho Ho Narro!". Gute Geschichte, oder? Das, was ich daraus jedenfalls schlussfolgern konnte, war das der Gute wohl ein linker Diktator sein muss - was sonst bringt einem die Bewunderung der aufgebrachten Studenten ein? Hier lerne ich, dass Ho Chi Minh der coolste Typ unter der Sonne gewesen sein muss. Sein Volk hat er nicht nur gerettet, sondern alles fuer es getan. Noch dazu war er weise und herzlich. Er hat Vietnam auf Schwung gebracht und nur deshalb geht es dem Land heute besser (was so ein Abstecher in ein politisch-historisch neutrales Museum nur bringt). 
 Von der "dem Land geht es gut"-Geschichte hoeren wir bei einem Ausflug zu den Cu Chi Tunneln mehr. Diese Tunnel liegen ca. 4 Stunden von Saigon entfernt. Bestimmt wisst ihr alle, warum die Vietnamesen Tunnel gruben, eben, um den Ami zu bekaempfen. Sie bauten winzige, niedrige Tunnel, ausgestattet mit Belueftungssystem (das war sogar so gut, dass es darin auch Kuechen gab). So konnten sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sich vor dem Feind verstecken und ihn hinterhaeltig ueberraschen. 
Unser Guide, heute 71 Jahre alt, war damals im Vietnamkrieg als Uebersetzer taetig. Seine Motivation: Auf keinen Fall eine Waffe benutzen wollen. Ihm blieben die Tunnel aber erspart. Dafuer musste er nach dem Krieg drei Jahre in ein Umerziehungslager und danach 14 Jahre auf einer Kollektivfarm schuften. Onkel Ho hat also fuer alle gesorgt. Dieser Mann ist heute trotz allem eine faszinierend froehliche Person, der leidenschaftliche Appelle an seinen Bus voller Touris gerichtet hat. Er konnte naemlich im Lauf seines Lebens feststellen, dass doch alle Menschen same-same sind. Alle weinen, wenn etwas Schreckliches passiert und alle lachen ueber schlechte Witze. Das sollen doch mal alle kapieren! Was er ausserdem ueberhaupt nicht verstuende, das seien schlechtgelaunte reiche Menschen, die immer mehr und mehr wollten. Wozu denn? - Ich kann euch auf jeden Fall sagen, die lange Busfahrt hat er sehr interessant gestaltet. Auf Fragen jeder Art hatte er eine Antwort und er erzaehlte noch viel mehr Kriegsgeschichten (die ich euch aber erspare). 
Viel laenger hielten wir es allerdings bei Onkel Ho nicht aus. Ja, die Landschaft dort ist sehr schoen. Und ich haette bestimmt noch mehr ueber den grossen Retter lernen koennen. Was uns ueberhaupt nicht gefallen hat, das waren die Vietnamesen. Unfreundlich, unhoeflich bis zum Schluss, immer nur darauf bedacht, uns alles zu verkaufen. Das war ziemlich nervig. Im ersten und einzigen Schlafbus bin ich heftig mit dem Schaffner aneinandergeraten und wenn J nicht eingegriffen haette, weiss ich nicht, wem von uns zuerst der Geduldsfaden gerissen waere. Das lag uebrigens daran, dass ich meine Schuhe nicht an der Stelle auszog, die er vorgesehen hatte. Also riss er an meinem TShirt, um mich zurueck zu ziehen. Ich reagierte entsprechend, das koennt ihr euch wohl ausmalen :) Danach wurde ich weiterhin staendig betatscht und es wurde weiter an meinen Klamotten gerissen, aber ich habe immer grosszuegug versucht, es zu ignorieren.
Urlaub sieht jedenfalls anders aus. Deshalb: Waehrend ich euch jetzt hier schreibe, bin ich uebrigens schon wieder auf heimischem Boden: Koh Chang im Golf von Thailand, noch bis Ende des Monats. Falls ihr neidisch werden wollt, werdet es nicht, hier ist Regenzeit und ab und zu regnet es. Wenn nicht, dann ist der Strand traumhaft. 
(Jetzt hab ich euch richtig zugetextet, Verzeihung! Aber mit so einem Strand vor der Tuer habt ihr erstmal Ruhe vor mir :))

Freitag, 28. Juni 2013

Your shoes, Mister1

Hanoi - einzigartig. Der Verkehr, einzigartig faszinierend. Zwar auf der rechten Seite, doch scheinbar voellig regellos. Das Gewusel auf den Strassen, die vielen Menschen. Neue traditionelle Kleidung und immer wieder diese typischen kegelfoermigen Huete. Fahrradtaxis en masse. Aber auch: Einzigartig anstrengend. Jeder will uns etwas verkaufen. Immer und staendig und ueberall. Manche fragen nur freundlich, ob man nicht in ihren Laden hineinmoechte. Andere sind aufdringlicher: Js Flipflops sind ein bisschen kaputt, die Sohle loest sich leicht. In der Schuhmacherstrasse ist er ein gesuchter Kunde, besser gesagt: Opfer. Alle schreien uns hinterher, your shoes, mister, laufen uns dann auch hinterher, um uns weiterhin schreiend auf seine Schuhe aufmersam zu machen. Staendig zerren irgendwelche Leute an mir rum, ich fuehle mich ein bisschen ueberfordert. 
Surreale Begegnung am Bahnhof. Wir ueberlegen, mit dem Zug statt Bus nach Hue zu fahren und ziehen ein Ticet, um uns in die Schlange der Wartenden einzureihen. Unsere Nummer ist erst 200 andere Kunden spaeter dran, also gehen wir geld holen und uns den Bahnhof anschauen. Auf einmal steht eine beflissene Verkaeuferin vor uns. "Where you go? I see you tae number!" "We wait. Why you ask?" "You wanna take train? I sell tickets, come" Sie zieht uns hinter sich her, wir folgen. Sie sucht uns eine Verbindung nach Hue raus, schreibt den Preis auf. wir ueberlegen kurz - da draengt sich ein alter vietnamesischer Herr mit Ellbogen zwischen mich und den Schalter. Seine Tochter rueckt nach und verpasst mir noch einen Schubs. Irritiert schauen wir uns an - wir fahren mit dem Bus, nichts wie raus!
Gefluechtet sind wir nach Hue, von wo aus ich euch schreibe. Gleich geht es nach Hoi An an den Strand, ich kann es kaum erwarten.Liebe Gruesse aus den Ferien, ich freu mich ueber Post!