Am Freitag auf dem Heimweg konnte ich drei Mönche beobachten, die Kokosnüsse vom Baum holten. Einer stocherte mit einem langen Stock in der Palme rum, die anderen versuchten, die fallenden Nüsse aufzugfangen. Die Kokosnüsse fielen runter und kullerten auf dem Boden rum und die drei Mönche rannten ihnen hinterher.
An der Ampel neulich sah ich einen Hund als Moped-Beifahrer. Also Beifahrer wortörtlich: Er saß hinter seinem Herrchen auf dem Moped. Nicht zwischen Sitz und Lenker oder gar vorne im Körbchen, sondern wie ein Mensch hintendrauf. Es schien ihm offenbar zu gefallen: er schleckte sein Pfötchen, legte sich hin, setzte sich wieder auf, schnupperte am Ohr seines Herrchens... Und ich hatte keine Kamera dabei!
Man muss ein bisschen was über den Buddhismus wissen, um Manches hier besser zu verstehen. Der Buddhismus ist hier Staatsreligion und der König wacht über ihn. Es gibt aber auch Christen und Muslime, allerdings deutlich weniger als Buddhisten.
Das Gerücht stimmt:
Buddhisten tun keinem Tier etwas zuleide. Sie sind gut zu jedem Lebewesen. Auf der einen Seite heißt das, dass man sich sehr sicher fühlen kann. Sie sind schließlich auch zu jedem Menschen gut. Auf der anderen Seite sollte man nicht im Supermarkt nach einem Insektenspray fragen, dass auch diese besonders großen Spinnen killt. (Zum Glück tun sie keinem Lebwesen etwas!)
Buddhisten glauben auch an Karma und mehrere Leben. Eine thailändische Bekannte ist sich also sicher, dass ihr Freund sie deshalb so schlecht behandelt, weil sie in ihrem letzten Leben selbst ein Mann war, der Frauen schlecht behandelte. Gegen diese Logik gibts eigentlich wenig einzuwenden, oder? Eine perfekte Ausrede, nichts Unangenehmes zu tun (in diesem Fall: Schlussmachen). Unangenehmes ist überhaupt so ne andere Sachen. Denn Unangenehmes gibts hier eigentlich nicht, man spricht nicht darüber. Alles ist immer gut, man macht alles toll, man hat nie Probleme. Familienprobleme? Gibt es nicht! Das Gute daran: Ein gepflegtes äußeres Erscheinen und Sauberkeit. Deshalb kann man auch überall essen, auf was man Lust hat :)
Außerdem, wie mich auch mein Zenbuch für "die moderne Frau des 21. Jahrhunderts" lehrt: Buddhisten leben im Hier und jetzt. Auch das hat viele positive Seiten (so wie es mir auch mein Zenbuch verkauft^^): Man macht sich keine Sorgen um die Zukunft, man genießt den Augenblick. Man hat jetzt Lust etwas zu tun, dann tut man es! Ein Thai macht keine Arbeit, auf die er keine Lust hat und er macht auch keine Arbeit, die viel Zeit abverlangt. Zu viel Zeit für Arbeit = Sklaverei. Man denkt nicht an Gestern. Stirbt jemand, gut, er ist jetzt bei den Geistern. Hatte man gestern Streit, okay, heute ist heute, drüber sprechen ist nicht.
Wer interessiert sich also für Geschichte? Niemand. So konnte es also zu einem dieser Vorfälle an einer Schule in Chiang Mai kommen. Abschlussfeier. Hübsche Mädchen in hübschen Kostümen führen einen Tanz auf. Nur dass diese Kostüme Uniformen aus dem Zweiten Weltkrieg waren und der Tanz mit dem Hitlergruß endete. Lehrer und Schulleiter hatten keine Ahnung von dem, was auf ihrer Bühne stattfand. Ein Besucher dieser Aufführung schon und es gab einen riesigen lokalen Skandal. Die Schule musste sich öffentlich entschuldigen.
Allerdings hat uns dieser Skandal Gesprächsstoff für ein paar große Pausen diese Woche in der Cafeteria beschert :)
Oh, noch eine buddhistische Weisheit zum Schluss: Alles mit Andacht tun. Oder war es Bedacht? Auf jeden Fall: Dass man im Augenblick lebt, heißt auch, alles, was man tut, ausschließlich zu tun. Mit Bedacht eben, kein Multitasking. Man tut nur die Sache, die man tut. Man liest nicht beim Essen (okay, blödes Beispiel, weil Thais lesen sowieso nicht), weil man sich aufs Essen konzentriert. Man putzt nicht, während man telefoniert. Man konzentriert sich nur auf diese eine Sache, die man macht. Das klassische Bild hierfür ist der Mönch, der den Hof fegt und sich völlig aufs Fegen konzentriert.
Ich hoff also, ihr habt grad alle mit Bedacht gelesen. Mann, ihr könnt ja so viel lernen :)
Samstag, 29. September 2012
Sonntag, 23. September 2012
Bitte Ferien!!!
Es wird ja doch mal wieder Zeit, zu schreiben und euch auf dem Laufenden zu halten. Viel passiert ist nicht. Die letzte Zeit war sehr arbeits- und konferenz- und fortbildungslastig und ich bräuchte gaaaaaanz dringend Ferien.
Trotz allem war ich immerhin ein bisschen unterwegs, zum Beispiel abends Curry essen in der Stadt und dann auf dem Night Bazaar. Über den schimpfen immer alle, aber eigentlich ist der auch ganz cool.
Heute war ich auf dem Doi Suthep, einer der größten Tempelanlagen auf einem Berg im Norden. Richtig schön. Man fährt ewig bergauf und kann spüren, wie die Luft immer frischer wird. Dort angekommen, muss man erstmal richtig viele Treppen zum eigentlichen Tempel hochsteigen. Oben wartet die Anlage, in der Mitte eine goldene Chedi und ein wunderschöner Blick auf die Stadt. Wobei mir die Sicht von der Stadt aus auf die Berge immer noch besser gefällt :)
Leute, es gibt nichts Neues. Ihr seht, mir gehts gut. Den zweiten Schlangenschock hab ich überwunden und hab diese Woche endlich mal Zeit, um mich um ein Kätzchen zu bemühen, und um noch mehr Möbel. Und außerdem nur noch zwei Wochen Schule bis zu den Herbstferien, endlich. Lasst mich hören, wie es euch geht.
Trotz allem war ich immerhin ein bisschen unterwegs, zum Beispiel abends Curry essen in der Stadt und dann auf dem Night Bazaar. Über den schimpfen immer alle, aber eigentlich ist der auch ganz cool.
Heute war ich auf dem Doi Suthep, einer der größten Tempelanlagen auf einem Berg im Norden. Richtig schön. Man fährt ewig bergauf und kann spüren, wie die Luft immer frischer wird. Dort angekommen, muss man erstmal richtig viele Treppen zum eigentlichen Tempel hochsteigen. Oben wartet die Anlage, in der Mitte eine goldene Chedi und ein wunderschöner Blick auf die Stadt. Wobei mir die Sicht von der Stadt aus auf die Berge immer noch besser gefällt :)
Leute, es gibt nichts Neues. Ihr seht, mir gehts gut. Den zweiten Schlangenschock hab ich überwunden und hab diese Woche endlich mal Zeit, um mich um ein Kätzchen zu bemühen, und um noch mehr Möbel. Und außerdem nur noch zwei Wochen Schule bis zu den Herbstferien, endlich. Lasst mich hören, wie es euch geht.
Freitag, 7. September 2012
Thai-Style (1)
Thais sind ja so philosophisch.
Das fängt schon bei der Namengebung ihrer Kneipen an: "Morgen ist es zu spät", "Lebe 100%", "Denke nicht an morgen"... Hotels ziehen mit: "Born 2 sleep" gefällt mir am besten. Ich stelle es mir sehr gemütlich vor. Aber wieso lädt ein Hotel in der Innenstadt nur zum Schlafen ein? Thai-Philosophie kann man sich aber auch nach Hause holen, Kaffeebecher: "Life should be wasted in the wonderful things", damit man direkt morgens dran erinnert wird, das alles nur Spaß machen soll.
Im Grunde genommen muss nämlich immer alles Spaß machen. Arbeit auch. Wenn es keinen Spaß macht, ist es Sklaverei und man muss damit aufhören. Die hier dauerhaft gestrandeten farangs haben diese Einstellung wohl gerne übernommen: "Was, du hattest heute Stress auf der Arbeit? Bloß damit aufhörn!" "Naja, manchmal sind die Tage halt nervig" "Ja, aber willst du wirklich so weitermachen, am Freitag Abend müde sein und dich manchmal ärgern?" Das so in diesem Satz wird besonders betont, und sie schauen mich mit einem durchdringenden Blick an, der ihr überzeugendes Argument wohl noch untermauern soll. Dann breche ich die Diskussion ab und beschließe, einfach gar nichts mehr zu sagen. Am besten sollte ich verheimlichen, dass ich hier arbeite.
Neben der Arbeit versuche ich grad, ein paar Möbel für das Haus zusammen zu kaufen, damit es ein bisschen schöner und heimischer wird. Gestern kaufte ich einen kleinen Tisch und hab ihn - ganz Thai-Style - mit Expandern auf der Icon befestigt und heimtransportiert. Ganz Thai-Style, zwischendrin hat er gewackelt wie ein Kuhschwanz, aber - ganz deutsch - hab ich angehalten und ihn fester drangeschnallt. Ich bin ziemlich sicher, dass die Thais gewartet hätten, ob er wegfliegt, denn wenn er wegfliegt, kann man ihn ja wieder aufheben :)
Falls jemand ne Idee hat, wie ich ein Regal mit der Icon transportieren kann - her damit! Expander hab ich genug! Der aktuelle ist trotzdem noch nicht so ausgereift: Melanie hinten drauf setzen, ich fahre und sie hält das Regal seitlich fest. Sie ist noch nicht ganz überzeugt, obwohl ich ihr versichert habe, dass es ein ganz leichtes Regal ist :)
Das fängt schon bei der Namengebung ihrer Kneipen an: "Morgen ist es zu spät", "Lebe 100%", "Denke nicht an morgen"... Hotels ziehen mit: "Born 2 sleep" gefällt mir am besten. Ich stelle es mir sehr gemütlich vor. Aber wieso lädt ein Hotel in der Innenstadt nur zum Schlafen ein? Thai-Philosophie kann man sich aber auch nach Hause holen, Kaffeebecher: "Life should be wasted in the wonderful things", damit man direkt morgens dran erinnert wird, das alles nur Spaß machen soll.
Im Grunde genommen muss nämlich immer alles Spaß machen. Arbeit auch. Wenn es keinen Spaß macht, ist es Sklaverei und man muss damit aufhören. Die hier dauerhaft gestrandeten farangs haben diese Einstellung wohl gerne übernommen: "Was, du hattest heute Stress auf der Arbeit? Bloß damit aufhörn!" "Naja, manchmal sind die Tage halt nervig" "Ja, aber willst du wirklich so weitermachen, am Freitag Abend müde sein und dich manchmal ärgern?" Das so in diesem Satz wird besonders betont, und sie schauen mich mit einem durchdringenden Blick an, der ihr überzeugendes Argument wohl noch untermauern soll. Dann breche ich die Diskussion ab und beschließe, einfach gar nichts mehr zu sagen. Am besten sollte ich verheimlichen, dass ich hier arbeite.
Neben der Arbeit versuche ich grad, ein paar Möbel für das Haus zusammen zu kaufen, damit es ein bisschen schöner und heimischer wird. Gestern kaufte ich einen kleinen Tisch und hab ihn - ganz Thai-Style - mit Expandern auf der Icon befestigt und heimtransportiert. Ganz Thai-Style, zwischendrin hat er gewackelt wie ein Kuhschwanz, aber - ganz deutsch - hab ich angehalten und ihn fester drangeschnallt. Ich bin ziemlich sicher, dass die Thais gewartet hätten, ob er wegfliegt, denn wenn er wegfliegt, kann man ihn ja wieder aufheben :)
Falls jemand ne Idee hat, wie ich ein Regal mit der Icon transportieren kann - her damit! Expander hab ich genug! Der aktuelle ist trotzdem noch nicht so ausgereift: Melanie hinten drauf setzen, ich fahre und sie hält das Regal seitlich fest. Sie ist noch nicht ganz überzeugt, obwohl ich ihr versichert habe, dass es ein ganz leichtes Regal ist :)
Montag, 3. September 2012
Schule ist Schule ist Schule?
Ferien waren schöner! Nun stech ich jeden Morgn zwischen 7 und 7:30 los (je nachdem, welche Sachen ich wo vergessen - wenn das Kritzelheft noch in der Schule liegt, immer etwas früher), unterrichte kompetent und durchgestylt, um mittags wieder zu chillen.
Die Klassen sind klein und es ist von daher wirklich easy. Der Nachteil ist, dass in jeder Klassenstufe ab der 6 drei Niveaus unterrichtet werden.
In der Grundschule in Englisch ist es ganz anders, weil manche Kinder sprechen Englisch zuhause, andere könnens fast gar nicht. Die dritte Klasse ist unglaublich stressig. Ständig bekomme ich zu hören: "Die Lehrer in Deutschland waren aber alle netter!" oder "Du bist aber die einzige Lehrerin, bei der wir nicht aufstehen dürfen!". Oder ich bringe sie gleich mal zum Heulen (wobei mir das in der Achten auch ganz gut gelingt...). Und später, in der Kantine, fallen sie mir in die Arme und sagen: "Oh, Miss Wagner, dein Kleid ist ja so schön heute! Lila ist jetzt auch meine Lieblingsfarbe!" Was?!?
Sonst das Übliche: Elternabend planen, einladen, wieder absagen, weil niemand kommt, neuen Elternabend planen, alle Eltern abtelefonieren, sie ermahnen, dass sie aber wirklich kommen müssen, ja, wenn Sie in BKK sind, kann auch Ihre Frau kommen, ja wir können den Abend gerne auf Englisch machen und außerdem noch auf 17:00 verschieben, gerne!
Klassenfahrt planen und der Klasse erzählen: "Wie gehen mit den 6ern? Sogar Sabatino hasst die! Die sind so schlimm, mit denen reden wir kein Wort!". Ausflug planen, damit sich die Streithähne anfreunden.
Mittagspausenaufsicht in der Turnhalle, nach zehn Minuten der erste Verletzte, sonst ist angeblich immer Ruhe und nichts passiert, aber wieso heulen dann auf einmal wieder alle? Wie schafft man es mit einem Fußball, dass das ganze Schienbein blutet?
Kein Grund also zur Beschwerde. Mein Schulweg ist schön: Durch Reisfelder durch, mit Aussicht auf diese herrlichen saftgrünen Berge. Eine Garküche am Weg, die leckere Nudelsuppe macht, zu der es immer ein khanom thai gibt. Nachtisch, an den sich meine Geschmacksnerven erst gewöhnen müssen: Jelly in allen Varianten, crushed Eis, Dosenmilch, lilafarbener Sirup und in kleine Quadrate geschnittene Toastscheiben. Aber dabei diese Aufsicht auf die Berge, ein Traum. Plant eure Besuche :)
Die Klassen sind klein und es ist von daher wirklich easy. Der Nachteil ist, dass in jeder Klassenstufe ab der 6 drei Niveaus unterrichtet werden.
In der Grundschule in Englisch ist es ganz anders, weil manche Kinder sprechen Englisch zuhause, andere könnens fast gar nicht. Die dritte Klasse ist unglaublich stressig. Ständig bekomme ich zu hören: "Die Lehrer in Deutschland waren aber alle netter!" oder "Du bist aber die einzige Lehrerin, bei der wir nicht aufstehen dürfen!". Oder ich bringe sie gleich mal zum Heulen (wobei mir das in der Achten auch ganz gut gelingt...). Und später, in der Kantine, fallen sie mir in die Arme und sagen: "Oh, Miss Wagner, dein Kleid ist ja so schön heute! Lila ist jetzt auch meine Lieblingsfarbe!" Was?!?
Sonst das Übliche: Elternabend planen, einladen, wieder absagen, weil niemand kommt, neuen Elternabend planen, alle Eltern abtelefonieren, sie ermahnen, dass sie aber wirklich kommen müssen, ja, wenn Sie in BKK sind, kann auch Ihre Frau kommen, ja wir können den Abend gerne auf Englisch machen und außerdem noch auf 17:00 verschieben, gerne!
Klassenfahrt planen und der Klasse erzählen: "Wie gehen mit den 6ern? Sogar Sabatino hasst die! Die sind so schlimm, mit denen reden wir kein Wort!". Ausflug planen, damit sich die Streithähne anfreunden.
Mittagspausenaufsicht in der Turnhalle, nach zehn Minuten der erste Verletzte, sonst ist angeblich immer Ruhe und nichts passiert, aber wieso heulen dann auf einmal wieder alle? Wie schafft man es mit einem Fußball, dass das ganze Schienbein blutet?
Kein Grund also zur Beschwerde. Mein Schulweg ist schön: Durch Reisfelder durch, mit Aussicht auf diese herrlichen saftgrünen Berge. Eine Garküche am Weg, die leckere Nudelsuppe macht, zu der es immer ein khanom thai gibt. Nachtisch, an den sich meine Geschmacksnerven erst gewöhnen müssen: Jelly in allen Varianten, crushed Eis, Dosenmilch, lilafarbener Sirup und in kleine Quadrate geschnittene Toastscheiben. Aber dabei diese Aufsicht auf die Berge, ein Traum. Plant eure Besuche :)
Samstag, 25. August 2012
Sonntag, 19. August 2012
Lost in translation
Freitag nachmittag, Training. Rechter Kick, linker Kick, in den Bauch, Knie, rechter Arm, linker Arm - alles auf thai. Andere kleine Sätze: Wo ist der Night Bazaar? Wie komme ich mit dem motöösay dorthin? Wann treffen wir uns heute abend? Ich lerne tausend neue Wörter.
Freitag Abend, Muay Thai Super Big Match. Silvie wird in den Ring steigen, wir fahren mit den andern aus dem Training hin. Die andern, die sprechen hauptsächlich englisch. Oder thai.
Silvie, die Kämpferin, Ami, spricht deutsch. Acht Monate studierte sie Philosophie und Literatur in Berlin. Wir unterhalten uns, verstehen uns gut, erzählen uns von unsern Lieblingsbüchern. Zum größten Teil dann doch auf englisch. Auf dem Weg zum Kampf dann ich und acht native speaker - so geht der Abend weiter. Englisch, thai, englisch, thai.
Insgesamt gibt es acht Kämpfe. Jeder Kampf besteht aus fünf Runden, jede Runde dauert drei Minuten und zwischen jeder Runde sind zwei Minuten Pause. Es wird ein langer Abend. Die Stimmung ist super. Das Publikum ist euphorisch und laut, schreit dazwischen, klatscht und buht. Ich lasse mich mitreißen, schreie auf deutsch mit. "Jetzt geh doch mal näher ran! Fuß höher! Du Spack, du sollst nicht rückwärts gehen! Drauf! Häng dich nicht immer in die Seile, du Feigling!"Irritierte Blicke. Jackson neben mir wundert sich, was für Laute ich von mir gebe und schmunzelt. Jim auf der anderen Seite verwickelt mich in ein langes Gespräch. Er ist Mitarbeiter der australischen Botschaft und erzählt mir von Birma und seinen Kindern und seiner Arbeit und der Schule seiner Kinder und... Währenddessen erhitzen sich die thailändischen Gemüter rechts und links neben uns immer mehr, das Geschrei wird immer lauter. Jackson stupst mich an und erzählt mir irgendwas Unverständliches. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich verstehe, was er mir sagt: Die haben alle gewettet! Der Ire ausm Training versucht, ebenfalls eine Wette abzugeben (auf Silvie, natürlich), wird aber immer wieder grimmig abgewiesen. Er gibt nicht auf. Silvie steigt in den Ring und beschwört - wie üblich - die Geister. Ein traditioneller Tanz bittet sie um Schutz und darum, den Gegner zu verfluchen. Wir werden nervös. Die native speaker um mich rum reden schnell, lachen über die Wettversuche des Iren. Silvie kriegt auf die Mütze, einmal, zweimal, oft. Ich verstehe langsam kein Wort mehr um mich rum, werde müde, will nur noch heim. Die andern kapieren es und sprechen mich schon gar nicht mehr an. Auf der Rückfahrt auf der Ladefläche eines Pick-Up unternimmt Kevin, Silvies Mann, noch einen Versuch, mich in eine Unterhaltung mit einzubeziehen. Ich will ins Bett! Kein Englisch mehr! Wenn es wenigstens französisch wäre!
Samstagmorgen, nach einer viel zu kurzen Nacht. Thaiunterricht, Kruuh Kung wartet. Und wer wirft alle Vokabeln durcheinander??? Gelernt hab ich, doch ich hänge einfach unterschiedliche Silben aneinander.
Lost in transation also, zum ersten Mal hab ich ne Ahnung, was dieser Filmtitel denn aussagen könnte. Wer den Film nicht kennt, gucken! Ich geh stattdessen Vokabeln lernen, fragt sich nur welche...
Freitag Abend, Muay Thai Super Big Match. Silvie wird in den Ring steigen, wir fahren mit den andern aus dem Training hin. Die andern, die sprechen hauptsächlich englisch. Oder thai.
Silvie, die Kämpferin, Ami, spricht deutsch. Acht Monate studierte sie Philosophie und Literatur in Berlin. Wir unterhalten uns, verstehen uns gut, erzählen uns von unsern Lieblingsbüchern. Zum größten Teil dann doch auf englisch. Auf dem Weg zum Kampf dann ich und acht native speaker - so geht der Abend weiter. Englisch, thai, englisch, thai.
Insgesamt gibt es acht Kämpfe. Jeder Kampf besteht aus fünf Runden, jede Runde dauert drei Minuten und zwischen jeder Runde sind zwei Minuten Pause. Es wird ein langer Abend. Die Stimmung ist super. Das Publikum ist euphorisch und laut, schreit dazwischen, klatscht und buht. Ich lasse mich mitreißen, schreie auf deutsch mit. "Jetzt geh doch mal näher ran! Fuß höher! Du Spack, du sollst nicht rückwärts gehen! Drauf! Häng dich nicht immer in die Seile, du Feigling!"Irritierte Blicke. Jackson neben mir wundert sich, was für Laute ich von mir gebe und schmunzelt. Jim auf der anderen Seite verwickelt mich in ein langes Gespräch. Er ist Mitarbeiter der australischen Botschaft und erzählt mir von Birma und seinen Kindern und seiner Arbeit und der Schule seiner Kinder und... Währenddessen erhitzen sich die thailändischen Gemüter rechts und links neben uns immer mehr, das Geschrei wird immer lauter. Jackson stupst mich an und erzählt mir irgendwas Unverständliches. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich verstehe, was er mir sagt: Die haben alle gewettet! Der Ire ausm Training versucht, ebenfalls eine Wette abzugeben (auf Silvie, natürlich), wird aber immer wieder grimmig abgewiesen. Er gibt nicht auf. Silvie steigt in den Ring und beschwört - wie üblich - die Geister. Ein traditioneller Tanz bittet sie um Schutz und darum, den Gegner zu verfluchen. Wir werden nervös. Die native speaker um mich rum reden schnell, lachen über die Wettversuche des Iren. Silvie kriegt auf die Mütze, einmal, zweimal, oft. Ich verstehe langsam kein Wort mehr um mich rum, werde müde, will nur noch heim. Die andern kapieren es und sprechen mich schon gar nicht mehr an. Auf der Rückfahrt auf der Ladefläche eines Pick-Up unternimmt Kevin, Silvies Mann, noch einen Versuch, mich in eine Unterhaltung mit einzubeziehen. Ich will ins Bett! Kein Englisch mehr! Wenn es wenigstens französisch wäre!
Samstagmorgen, nach einer viel zu kurzen Nacht. Thaiunterricht, Kruuh Kung wartet. Und wer wirft alle Vokabeln durcheinander??? Gelernt hab ich, doch ich hänge einfach unterschiedliche Silben aneinander.
Lost in transation also, zum ersten Mal hab ich ne Ahnung, was dieser Filmtitel denn aussagen könnte. Wer den Film nicht kennt, gucken! Ich geh stattdessen Vokabeln lernen, fragt sich nur welche...
Montag, 13. August 2012
Das Ende der Freiheit...
... morgen geht die Schule los! Musste sogar schon gestern anfangen zu arbeiten :)
Letzte Woche war vollgepackt mit einem Einstiegswochenprogramm, also Kulturkurs (keine Gehirnwäsche, sondern Unterricht in thailändischer Kultur), Kennenlernkaffee (vielleicht ein kleines bisschen versuchte Gehirnwäsche), Kennenlerndinner, Dienstbesprechung 1, Dienstbesprechung 2, Dienstbesprechung die soundsovielte...
Am spannendsten war da noch der Kulturkurs. Angefangen bei der Frage: Wie begrüße ich richtig? Also: Man legt beide Handinnenflächen aufeinander, spreizt den Daumen ab, Fingerspitzen zeigen nach oben, Daumen zum Körper. Mit den Fingerspitzen auf Kinnhöhe darf man Leute im gleichen Alter und Leute, die in der Hierarchie unter einem stehen, begrüßen. Daumen am Kinn, Fingerspitzen hoch an der Nase vorbei - Begrüßung für Leute ÜBER einem selbst. Daumen an der Nase, Fingerspitzen weit nach oben, so werden die absoluten VIPs begrüßt. Wobei die Bezeichnung VIP in diesem Fall Ärzte, thailändische Chefs und Mönche mit einschließt. Der König hingegen ist wieder so VIP, dass der ne ganz eigene Begrüßung hat - falls ich mich richtig erinnere, muss man sich dazu auf den Boden legen. Der König hat auch ne eigene Sprache und ein eigenes Lied und ein paar Feiertage. Heute und gestern stand zum Beispiel der Geburtstag der Königin ins Haus, ein ziemlich wichtiger Tag. Von den anderen kulturellen Besonderheiten liest man auch in den Reiseführern: Fass niemandem an den Kopf. Der Kopf ist das höchste Teil des Körpers und muss geehrt werden. Die Füße sind das niedrigste Körperteil - bloß nie mit den Füßen in die Richtung eines Menschen zeigen! Füße in den Tempeln am besten verstecken und nie, nie, nie mit den Füßen auf Buddha zeigen. Niemals einen Mönch anfassen, geschweige denn, ihm etwas geben. Denn dann muss er ein laaaaaanges Reinigungsritual durchlaufen.
Ganz lustig war auch der Teil des Kurses, der sich mit traditionellen Künsten (Drama) und Tänzen beschäftigt hat, vor allem, weil ein Kanthoke-Dinner Teil des Kurses war. Bei so einem Dinner sitzt man auf dem Boden, das Essen wird auf einem kleinen runden Tisch gebracht, der voll mit kleinen Schälchen und Leckereien ist, die ständig nachgefüllt werden. Frittierte gelbe Nudeln sind echt lecker! Nach dem Essen geht dann eine Bühenshow los, jede Menge Tänze. Nun verstehen die Thais unter "tanzen" oder "ein Tanz" nicht so ganz das, was wir verstehen. Kein Rumgehupfe, kein Arschwackeln, kein Im-Kreis-Drehen und lachen. Jeder Tanz hat eine strenge Choreografie. Ein paar langsame Schritte in einer bestimmten Abfolge und die Hände bzw, auch nur die Handgelenke auf seltsame Art und Weise umeinander rumdrehen. Die Thaichefin von der Schule, die mit uns dort war, hat mich gegen Ende zum Tanzen auf die Bühne gezogen, Hierarchie und so, darf ich nicht nein sagen - peinlich! Aber ich habs überlebt :)
Oh, da fällt mir ein: Entwarnung wegen der Schlange/den Schlangen. Unser Schulschlangenexperte/fan/liebhaber/freak hat hier noch keine giftigen gesehen, und die, die neulich zu Besuch war, war wohl eine liebe kleine harmlose laotische Irgendwas-Natter. Ein anderer hat mir aber gleich geraten, mir nicht nur einen gegabelten Stock, sondern auch noch eine Machete zuzulegen. Damit ich der Schlange den Kopf abschlagen kann, versteht sich. Wobei ich mir noch nicht einig bin, ob es schlimmer ist, dass eine Schlange am Haus vorbeizischt oder dass ich ihr den Kopf abschlage (soweit dass denn überhaupt geht, da könnt ich ja gar keinen Sicherheitsabstand wahren . oder war dafür der gegabelte Stock?) und der dann hier rumkugelt. Hui, jetzt brauch ich neue Bilder im Kopf (es ist nämlich schon wieder dunkel), bevor ich später ins Bett gehe. Buch her - tschüüüüüüs!
Letzte Woche war vollgepackt mit einem Einstiegswochenprogramm, also Kulturkurs (keine Gehirnwäsche, sondern Unterricht in thailändischer Kultur), Kennenlernkaffee (vielleicht ein kleines bisschen versuchte Gehirnwäsche), Kennenlerndinner, Dienstbesprechung 1, Dienstbesprechung 2, Dienstbesprechung die soundsovielte...
Am spannendsten war da noch der Kulturkurs. Angefangen bei der Frage: Wie begrüße ich richtig? Also: Man legt beide Handinnenflächen aufeinander, spreizt den Daumen ab, Fingerspitzen zeigen nach oben, Daumen zum Körper. Mit den Fingerspitzen auf Kinnhöhe darf man Leute im gleichen Alter und Leute, die in der Hierarchie unter einem stehen, begrüßen. Daumen am Kinn, Fingerspitzen hoch an der Nase vorbei - Begrüßung für Leute ÜBER einem selbst. Daumen an der Nase, Fingerspitzen weit nach oben, so werden die absoluten VIPs begrüßt. Wobei die Bezeichnung VIP in diesem Fall Ärzte, thailändische Chefs und Mönche mit einschließt. Der König hingegen ist wieder so VIP, dass der ne ganz eigene Begrüßung hat - falls ich mich richtig erinnere, muss man sich dazu auf den Boden legen. Der König hat auch ne eigene Sprache und ein eigenes Lied und ein paar Feiertage. Heute und gestern stand zum Beispiel der Geburtstag der Königin ins Haus, ein ziemlich wichtiger Tag. Von den anderen kulturellen Besonderheiten liest man auch in den Reiseführern: Fass niemandem an den Kopf. Der Kopf ist das höchste Teil des Körpers und muss geehrt werden. Die Füße sind das niedrigste Körperteil - bloß nie mit den Füßen in die Richtung eines Menschen zeigen! Füße in den Tempeln am besten verstecken und nie, nie, nie mit den Füßen auf Buddha zeigen. Niemals einen Mönch anfassen, geschweige denn, ihm etwas geben. Denn dann muss er ein laaaaaanges Reinigungsritual durchlaufen.
Ganz lustig war auch der Teil des Kurses, der sich mit traditionellen Künsten (Drama) und Tänzen beschäftigt hat, vor allem, weil ein Kanthoke-Dinner Teil des Kurses war. Bei so einem Dinner sitzt man auf dem Boden, das Essen wird auf einem kleinen runden Tisch gebracht, der voll mit kleinen Schälchen und Leckereien ist, die ständig nachgefüllt werden. Frittierte gelbe Nudeln sind echt lecker! Nach dem Essen geht dann eine Bühenshow los, jede Menge Tänze. Nun verstehen die Thais unter "tanzen" oder "ein Tanz" nicht so ganz das, was wir verstehen. Kein Rumgehupfe, kein Arschwackeln, kein Im-Kreis-Drehen und lachen. Jeder Tanz hat eine strenge Choreografie. Ein paar langsame Schritte in einer bestimmten Abfolge und die Hände bzw, auch nur die Handgelenke auf seltsame Art und Weise umeinander rumdrehen. Die Thaichefin von der Schule, die mit uns dort war, hat mich gegen Ende zum Tanzen auf die Bühne gezogen, Hierarchie und so, darf ich nicht nein sagen - peinlich! Aber ich habs überlebt :)
Oh, da fällt mir ein: Entwarnung wegen der Schlange/den Schlangen. Unser Schulschlangenexperte/fan/liebhaber/freak hat hier noch keine giftigen gesehen, und die, die neulich zu Besuch war, war wohl eine liebe kleine harmlose laotische Irgendwas-Natter. Ein anderer hat mir aber gleich geraten, mir nicht nur einen gegabelten Stock, sondern auch noch eine Machete zuzulegen. Damit ich der Schlange den Kopf abschlagen kann, versteht sich. Wobei ich mir noch nicht einig bin, ob es schlimmer ist, dass eine Schlange am Haus vorbeizischt oder dass ich ihr den Kopf abschlage (soweit dass denn überhaupt geht, da könnt ich ja gar keinen Sicherheitsabstand wahren . oder war dafür der gegabelte Stock?) und der dann hier rumkugelt. Hui, jetzt brauch ich neue Bilder im Kopf (es ist nämlich schon wieder dunkel), bevor ich später ins Bett gehe. Buch her - tschüüüüüüs!
Dienstag, 7. August 2012
SCHLANGENALARM!!!!!
Außerplanmäßiger Zwischenfall:
Schlange vor der Treppe, vor meiner Eingangstreppe, direkt daneben!!!! Als ich gießen gehen wollte!
Ich brauch Gummistiefel und einen Stock, um den Weg vor mir abzuklopfen! Hilfe!!!!
Schlange vor der Treppe, vor meiner Eingangstreppe, direkt daneben!!!! Als ich gießen gehen wollte!
Ich brauch Gummistiefel und einen Stock, um den Weg vor mir abzuklopfen! Hilfe!!!!
Sonntag, 5. August 2012
Liebes Fototagebuch...
Ein bisschen was erzählen euch diese Bilder, die in den letzten paar Tagan an den verschiedensten Plätzen entstanden sind.Dieses Mal waren wir zum Essen auf dem Sunday Walking Market, wo es alles gibt. Das obligatorische frittierte-Insekten-Foto hab ich mir allerdings geschenkt.
Die Fressmeile auf dem Weg zu unserem Mubaan blüht erst in der Dämmerung richtig auf, dann ist das meiste Leben auf der Straße. .
Den Papayasalat kann ich nach wie vor nur mit Toastbrotbeilage essen -zu scharf!!!!
Beim Lanna Muay Thai ess ich allerdings zur Abwechslung mal gar nicht - so ungefähr siehts dort aus. Vor den Spiegeln trainiert jeder für sich selbst, bevor er dann an die Sandsäcke und dann zu einem der Trainer in den Ring geht. Ne Klimaanlage wär schön!
Diese uralte Frau mit drei Zähnen im Mund fand ich so süß, dass ich ein Foto machen musste. Vom Fotomachen bekam ich ein schlechtes Gewissen, weshalb jetzt so ein kleiner grüner Spielball neben der Küche an der Wand hängt (Unsinnskauf #1)
Donnerstag, 2. August 2012
lanna muy thai - oder: - Bin ich verrückt?
Heute war also der große Tag, der mich ganz nervös machte: Ich war zum ersten Mal Thaiboxen. Im Thaiboxcamp (falls ihr gucken wollt: www.lannamuaythai.com). Gefunden hab ich es nur mit Hilfe einer Thai, die mir voraus gefahren ist. (Meine ursprüngliche Ausrede wäre nämlich gewesen: Liegt so abgelegen, hab ich net gefunden!)
Also dort. Jede Menge sportliche, durchtrainierte Sportler mit Sixpacks und 0,00 Gramm Fett. Und ich. Die Beschreibung erspar ich mir aber :) Zuerst sollte ich 5km joggen gehen. Durchgehalten habe ich ganze 10 Minuten (naja, aber zu meiner Verteidigung: 33 Grad und Sonne). Dann 30 Minuten Seilspringen, respektive ganze fünf. Schattenboxen mit verschiedenen rechten und linken Haken. Irgendwann fielen mir die Arme hab und ich hab mich auf eine Bank geschmissen und den Sportlern zugeschaut. Bis ich zu einem der Trainer in den Ring gerufen wurde. Das hat richtig Spaß gemacht: verschiedene Box-Moves, Schienbeinkick in die Flanke des anderen, Kniekick in seinen Bauch, Ellbogenkicks und das volle Abwehrprogramm. Auch wenns Spaß gemacht hat - nach zwei kurzen Runden bin ich fast gestorben. Zwischendrin durfte ich sogar Pause machen und der Trainer hat mir fürsorglich Wasser in den Mund gekippt (Boxhandschuhe!) - so viel genützt hats aber nicht. Wobei ich doch recht stolz war, dass ich überhaupt ein bisschen durchgehalten hab :) Am Samstag geh ich wieder - jetzt wisst ihr Bescheid, ich kann also keine Ausreden mehr erfinden. Wobei - diesen Weg wieder zu finden, ob ich das schaffe?
Ansonsten ist ein bisschen der Alltag eingekehrt: Thaiunterricht, einkaufen, chillen (am Pool), Garküche... Heute hab ich eine kleine Bar entdeckt, nahe der Fressmeile. Muss ich die Tage mal austesten. Morgen geht das Schulprogramm schon los, mit einem ersten Kurs in thailändischer Kultur, den jeder Ausländer innerhalb der ersten drei Monate absolvieren muss. Juhu.
Meine Arme zittern noch ein bisschen und ich vertipp mich ständig. Gute Nacht!
Also dort. Jede Menge sportliche, durchtrainierte Sportler mit Sixpacks und 0,00 Gramm Fett. Und ich. Die Beschreibung erspar ich mir aber :) Zuerst sollte ich 5km joggen gehen. Durchgehalten habe ich ganze 10 Minuten (naja, aber zu meiner Verteidigung: 33 Grad und Sonne). Dann 30 Minuten Seilspringen, respektive ganze fünf. Schattenboxen mit verschiedenen rechten und linken Haken. Irgendwann fielen mir die Arme hab und ich hab mich auf eine Bank geschmissen und den Sportlern zugeschaut. Bis ich zu einem der Trainer in den Ring gerufen wurde. Das hat richtig Spaß gemacht: verschiedene Box-Moves, Schienbeinkick in die Flanke des anderen, Kniekick in seinen Bauch, Ellbogenkicks und das volle Abwehrprogramm. Auch wenns Spaß gemacht hat - nach zwei kurzen Runden bin ich fast gestorben. Zwischendrin durfte ich sogar Pause machen und der Trainer hat mir fürsorglich Wasser in den Mund gekippt (Boxhandschuhe!) - so viel genützt hats aber nicht. Wobei ich doch recht stolz war, dass ich überhaupt ein bisschen durchgehalten hab :) Am Samstag geh ich wieder - jetzt wisst ihr Bescheid, ich kann also keine Ausreden mehr erfinden. Wobei - diesen Weg wieder zu finden, ob ich das schaffe?
Ansonsten ist ein bisschen der Alltag eingekehrt: Thaiunterricht, einkaufen, chillen (am Pool), Garküche... Heute hab ich eine kleine Bar entdeckt, nahe der Fressmeile. Muss ich die Tage mal austesten. Morgen geht das Schulprogramm schon los, mit einem ersten Kurs in thailändischer Kultur, den jeder Ausländer innerhalb der ersten drei Monate absolvieren muss. Juhu.
Meine Arme zittern noch ein bisschen und ich vertipp mich ständig. Gute Nacht!
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